Lacksiegel
Lacksiegel
Wachssiegel
Wachssiegel

So ganz hat es in diesem Jahr mit dem Sommer nicht geklappt. Wir sind deshalb vom Hof (im Himmeroder Hof) in die Gruppenräume umgezogen; da war es warm und trocken.

Hier konnte uns auch unser Archivar Dietmar Pertz etwas über seine umfangreiche Sammlung von Siegel-Abdrucken erzählen.

Siegel, mit denen Urkunden beglaubigt wurden (die heute übliche Unterschrift verlangt ja, dass der Beurkundende des Schreibens mächtig ist – und das war lange nicht allgemein üblich) kamen in der Zeit von Karl dem Großen in Gebrauch, es gab Wachssiegel, Metallsiegel, Papiersiegel und in jüngerer Zeit auch Lacksiegel (diese dienten dann auch dem Verschluss der Dokumente).

Es fällt auf, dass viele Siegel bedeutender Herrscher recht klein waren (etwa in der Größe einer 2€‑Münze). Da diese Fürsten in der Ausübung ihrer Herrschaft häufig auf Reisen waren, wäre die Mitnahme eines großformatigen Petschafts allerdings auch recht unpraktisch gewesen.

Zu den besonderen Schätzen der Sammlung gehören zwei Original-Siegel: ein Lacksiegel von Dietrich von Freimersdorf zu Pützfeld, Herr von Ipplendorf aus dem Jahre 1652 und ein dreihundert Jahre altes Wachssiegel (mit einer schützenden Holzdose) aus dem Jahre 1717. Die anhängende Pergament-Urkunde vermeldet die Weihe der damals neu errichteten Pfarrkirche von Ipplendorf durch Johann Werner de Veyder, dem Generalvikar und Weihbischof von Köln. Das Siegel zeigt das Familienwappen der de Veyders: der schreitende Bär mit Halsband und Kette, darüber Bischofsmütze, Bischofsstab und Prälatenhut.

Die anschließenden angeregten Unterhaltungen gingen bis in die Nacht hinein – und gingen über alle möglichen Themen, nur nicht übers Wetter, das haben wir „einfach gar nicht ignoriert“.

Dietmar Pertz erzählt
Dietmar Pertz erzählt
Aufmerksame Zuhörer
Aufmerksame Zuhörer