„Der Saal war voll“- genauer, das Cafe im Himmeroder Hof war gut besetzt beim Jahresabschluss der Archivfreunde am letzten Freitag vor Advent. Hajo Henk nahm uns an der Hand zu einem Spaziergang entlang der Hauptstraße, der diesmal in die Jahre 1945/46 führte und die Umsetzung der Fluchtlinienplanung des Baurat a.D. Radebold und die Auswirkungen der Bauleitlinien von Franz Kribbeler aufzeigte.

Wohl als Folge der erheblichen Zerstörungen durch den Krieg wurden 1945/46 Überlegungen zum Wiederaufbau der Stadt konkretisiert.

Zum einen sollte mit einer Fluchtlinienplanung zusammenhängende Häuserfronten ermöglicht werden. So waren an der Westseite der Langgasse die Giebelfronten nach Süden ausgerichtet, hier wurde eine durchgehende, zusammenhängende Front zur Straße hin geschaffen, ähnliche Planungen an der Südseite der Hauptstraße zwischen Weiherstraße und Lindenplatz wurden dagegen nicht umgesetzt (obwohl es dazu einen Stadtratsbeschluss gab).

Die Ideen des Franz Kribbeler (langjähriges Stadtrats-Mitglied im Bauausschuss) prägen noch heute das Erscheinungsbild der Innenstadt ganz wesentlich. Er forderte durchweg giebelständige Häuser (die hohen Giebel geben, gerade wenn in der Weihnachtszeit festlich geschmückt und beleuchtet, ein ganz besonderes Flair), Sprossenfenster mit Butzenscheiben und Dachgauben.

 

Blick in die Langgasse
Blick in die Langgasse
Fachwerkhäuser
Schöne Giebel an der Hauptstraße (heute im Erdgeschoss u.a. Ladenlokale von "Ihr Platz" und "Rüdell")