Kloster Schweinheim
Kloster Schweinheim

 

Einen spannenden Vortrag zur Geschichte des Klosters Schweinheim hielt auf Einladung der Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach die Historikerin Dr. Gabriele Rünger im Himmeroder Hof. Zunächst erläuterte die Euskirchener Stadtarchivarin den rund 60 Zuhörern die schlechte Quellenlage zum Thema. Das idyllisch am Steinbach gelegene Kloster wurde 1802 im Rahmen der Säkularisation aufgelöst. Damals sind viele schriftliche Quellen verschwunden.

Die erste schriftliche Erwähnung findet das Zisterzienserinnenkonvent "Porta Coeli" im Jahr 1238. Gerhard von Tomburg, übertrug in diesem Jahr das von ihm gegründete Kloster mit allen seinen Rechten dem Kölner Erzstift. Er selbst war als Laienbruder zusammen mit seiner Frau und seinen Töchtern der Klostergemeinschaft beigetreten. Um 1800 existierten im Kloster nachweislich noch zwei Grabsteine der Stifterfamilie, die dann später vom Kloster nach Münstereifel überführt wurden und heute als verschollen gelten.

Die Äbtissinnen des Klosters stammten zumeist dem niederen Adel des Rheinlandes, Westfalens und der Eifel. Im Jahre 1624 umfasste der Konvent 24 Nonnen. Dazu kamen noch Mägde, Knechte und andere Laien, die beim "Wirtschaftsbetrieb" Kloster beschäftigt waren.

Von der Klosteranlage sind heute noch zwei Flügel vorhanden: Das Äbtissinnenhaus und das Wohnhaus des Priors. Beide Gebäude stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Klosterkirche wurde dagegen um 1820 abgerissen. Besonders interessant waren für die Zuhörer die Ausführungen Dr. Rüngers, wo die Ausstattungsgegenstände der Kirche nach der Säkularisation eine neue Bleibe fanden. Das Vortragekreuz ist heute im Besitz der St.-Josef-Kirche in Queckenberg. Mehrere Gemälde und Kaseln sind nun im Pfarrarchiv Flamersheim untergebracht. Die Chorbücher , eines davon wurde 1562 im Kloster abgeschrieben und illustriert, verkaufte man später an die Königliche Bibliothek in Berlin und sind heute Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die ehemalige Klosterpforte wurde 1803 ausgebaut und in einem Hof in Kirchheim verbaut. 1959 überführte man sie in das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Mit der Feststellung, dass noch viele Fragen zur Geschichte des Klosters offen sind, schloss Dr. Gabriele Rünger ihren kurzweiligen Vortrag und versprach, in den nächsten Jahren dazu weitere Untersuchungen folgen zu lassen.