von Dieter Deindörfer

Dieser Vortrag wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 25. März 2014 gehalten.

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1140, die Siedlungsgeschichte geht jedoch wesentlich weiter zurück; Spuren aus der jüngeren Steinzeit, eine römisch Ansiedlung und eine Römerstraße zeugen davon. lm Mittelalter gab es hier zu verschiedenen Zeiten drei Wasserburgen, deren Lage sich noch heute im Gelände ablesen lassen. 1218 werden die Ritter von Myle genannt, vermutlich Lehensträger der Herren von Tomburg; Konrad von Tomburg trug 1396 die kurz zuvor in Miel erbaute Burg dem Kölner Erzbischof und Kurfürsten zum Lehen und „Offenhaus" an (eine Vereinbarung, nach der die Burg z.B. bei kriegerischen Ereignissen zur Verfügung zu stellen war, dafür aber eine ständige Unterhaltszahlung und Hilfe des Kurfürsten zugesichert wurde).

1419 gelangte Miel auf dem Wege der weiblichen Erbfolge an die Quadt von Landskron, 100 Jahre später erblickte hier „unser“ Lutter Quad das Licht der Welt. Finanzielle Probleme und Erbauseinandersetzungen bestimmten in der Folgezeit das Geschehen um die Burg bis sie schließlich 1735 den Flammen zum Opfer fiel; ein Wiederaufbau scheiterte am Geld.

1768 gelangte das, was noch übrig war, in den Besitz des kurkölnischen Haus-, Hof- und Staatsministers Caspar Anton Freiherr von der Heyden gen. Belderbusch. Er begann sogleich mit einem Neubau und ließ ein barockes Landschlösschen errichten, das er wohl vor allem zur Pflege seiner Beziehungen zu Caroline von Satzenhofen, der Äbtissin des adeligen Damenstifts in Vilich, zu nutzen gedachte. Das zweigeschossige Gebäude mit Walmdach wird auf der Hofseite durch einen schmalen Mittelrisalit mit Portal, Balkon und Wappengiebel strukturiert, an der Gartenfront fällt der hervortretende Anbau ins Auge, der den Salon mit den Wandgemälden des Bonner Hofmalers Francois Rousseau beherbergt.

1991 übernahm eine Eigentümergemeinschaft die Anlage, die heute den Golf-Club Schloss Miel beherbergt.

Schloss Miel
Schloss Miel