Bericht über die Arbeit im Stadtarchiv Rheinbach
April 2016 bis März 2017

von Dietmar Pertz, Stadtarchivar

  1. Personalsituation

    Frau Fabian
    Frau Fabian

     

    In Bezug auf die hauptamtlichen Kräfte gab es im Berichtszeitraum Veränderungen. Zum 1.4.2017 verließ Frau Fabian nach über zehn Jahren das Stadtarchiv und ist nun im Bauamt tätig. Für die geleistete Arbeit sei Ihr an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt. Insbesondere die vielen Benutzer des Archivs werden es bedauern, dass Frau Fabian nicht mehr in der Polligsstraße arbeitet, war sie doch stets freundlich und sehr hilfsbereit. Als Ersatz möchte die Stadtverwaltung so bald wie möglich eine/n Fach-angestellte/n für Medien und Informationsdienste/Fachrichtung Archiv einstellen. Aber auch diese Stelle wird eine Halbtagsstelle sein.

    Monika Waldbröl
    Monika Waldbröl

    Weiterhin arbeitet Herr Esser an zwei Vormittagen der Woche ehrenamtlich im Archiv. Er transkribiert die Wormersdorfer Schulchronik. Herr Steinbach digitalisiert wie bisher Standesamtsbücher in Form von Fotos. Im Januar 2017 lernte der Schüler Marlon Schneider bei einem dreiwöchigen Praktikum unser Archiv kennen.

    Seit dem 1. Juli 2017 haben wir mit Monika Walbröl aus Bad Breisig eine neue Mitarbeiterin im Archiv. Sie hat eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste/Fachrichtung Bibliothek absolviert und wird hier bei uns hauptsächlich in der Altaktenverwaltung und bei der Benutzerbetreuung tätig sein. Sie ist von montags bis donnerstags von 8:00 h bis 12:30 h im Dienst und unter der Telefonnummer 917-551 und der Email-adresse monika.walbröDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

    Die Freunde des Archivs und das Stadtarchiv freuen sich darüber, dass jetzt alle Planstellen im Archiv wieder besetzt sind und wünschen Frau Walbröl einen guten Start bei der Stadt Rheinbach.

  2. Akquirierung von stadtgeschichtlich bedeutsamen Archivalien oder Gegenständen

    Im Herbst 2016 bekam das Stadtarchiv noch einmal 180 Keramikobjekte der Firmen Ruscha, Marei und ES-Keramik von Dr. Karl-Heinz von den Driesch aus Bonn geschenkt. Zurzeit werden diese Vasen, Teller und Krüge verzeichnet. Drei große Kisten mit Dokumenten, die Karl Burkhard Settegast gesammelt hatte, konnten im Herbst in Ravensburg abgeholt werden. Auch diese Sammlung, die Dokumente zur Familie, zum Bombenkrieg in Rheinbach und zu Settegasts Einsatz als Luftwaffenhelfer beinhaltet, wird zur Zeit geordnet und verzeichnet. Aus dem Nachlass Cox, Todenfeld, konnten Bücher übernommen werden. Kleinere Schenkungen kamen aus den Familien Pesch, Loben/Kraus, Horn und Lenartowski. Herr Dr. Freiberger (Mechernich) erarbeitete genealogische Dokumentationen zu den Familien Gerhartz und Floss. Bereits digitalisiertes Material konnte im großen Umfang Heinz Löhrer zur Verfügung stellen. Die eingescannten Dokumente beziehen sich auf die Familien Löhrer und Krautwig. Für die heimatkundliche Sammlung konnte zudem noch eine Ratsche erworben werden.

    Zum Ende seiner Gastwirtskarriere schenkte Albert Berg der Stadt noch einige Kartons mit Büchern "Die Rheinbacher Hexe" zur kostenlosen Weitergabe an Interessierte. Hierin sind zwei gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfasste Erzählungen zur Hexenverfolgung und zur Einnahme der Stadt durch holländische Truppen zusammengefasst. Herausgegeben wurde das Buch 1982 von Willi Berg. Die Exemplare stießen bei den Bürgern auf großes Interesse. Wer noch ein Buch haben möchte, kann sich gerne eins im Stadtarchiv abholen.

  3. Kassation, Erschließung und Verzeichnung
    In das Altaktenarchiv wurden zwischen April 2016 und März 2017 rund 1.200 Akten neu eingeordnet.

    Eine städtische Schule wurde im vergangen Jahr aufgelöst: Die Albert-Schweitzer-Schule

    Die nicht vom Archiv ausgesonderten Archivalien wurden verzeichnet. Ebenso bot der Umzug der Tomburg-Realschule in das Hauptschul­gebäude den Anlass für eine Bewertung der Akten. Die letztlich übernommenen Dokumente wurden ebenfalls verzeichnet.

  4. Geschichtsvermittlung, Tourismus

    1. Hexenturmverwaltung
      Der Hexenturm wurde im abgelaufenen Jahr 31-mal kostenpflichtig vermietet. Dazu kamen auch wieder viele Nutzungen durch Schulen z. B. beim Nationalen Vorlesetag.

    2. Stadt- und Burgführungen
      Als Burg- und Stadtführer waren 2015 elf Burg- und Stadtführer aktiv. Gegen Ende des Jahres drehte Günter Winkel seine letzte "dienstliche" Runde durch die Stadt. Ebenfalls zog sich Willi Pfeifer aus Altersgründen aus dem Kreis der Burg- und Stadtführer zurück.

      In diesem Jahr konnten 16 Burg- und Stadtführengen gegen Gebühr durchgeführt werden. Etwa 350 Teilnehmer konnten gezählt werden. Es wurden darüber hinaus 26 kostenfreie Burg- und Stadtführungen abgehalten. 550 Personen nahmen daran teil. Erfreulich war dabei, dass vier Deutschkurse von ausländischen Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und sechs Grundschulklassen dieses Angebot nutzten.

      Als Burg- und Stadtführer waren 2016 noch neun Burg- und Stadtführer aktiv. Es musste auch in diesem Jahr keine angemeldete Führung ausfallen oder verschoben werden. Da aber 2017 zwei langjährige Burg- und Stadtführer in den verdienten Ruhestand treten werden, ist die Gewinnung von Nachwuchs dringend erforderlich.

      In diesem Jahr konnten 30 Burg- und Stadtführungen gegen Gebühr durchgeführt werden. Etwa 500 Teilnehmer wurden dabei gezählt. Darüber hinaus fanden 38 kostenfreie Burg- und Stadtführungen statt. Über 750 Personen nahmen daran teil.

      Erfreulich war dabei, dass erneut mehrere Deutschkurse von aus-ländischen Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Grundschulklassen dieses Angebot nutzten.

      Am 13. August und am 3. September führte der Stadtarchivar zunächst den Heimatverein Buschhoven, dann die Schützen aus Rheinbach über die Tomburg.

      Für eine Führung im Hexenturm war im November auch eine Arbeitsgruppe des Michaels-Gymnasium Bad Münstereifel zu Gast.

    3. Geschichtsvermittlung
      Am 21. Dezember 2016 wurden in würdiger Weise die ersten Stolpersteine in Rheinbach verlegt.

      Der Landschaftsverband errichtete mit Unterstützung des Archivs Anfang dieses Jahres am Dreeser Weg eine Informationstafel zum Munitionsdepot und der Munitionsfabrik.

      Für die Halloween-Sendung des Kinder­radios Kiraka wurden Auf­nahmen im Archiv und Hexenturm gemacht. Der Archivar wurde dabei interviewt.

    4. Ausstellungen
      In Kooperation mit den Städten Rheinbach und Siegburg zeigte der Rhein-Sieg-Kreis eine Wanderausstellung zum Thema „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise“ vom 19. Oktober 2016 bis 3. November 2016 im Rathaus der Stadt Rheinbach. Das Stadtarchiv unterstützte die Herstellung der Tafeln, die den Kreis Rheinbach betrafen mit Dokumenten, Informationen und Fotos.

    5. Vorträge und Archivführungen
      An zwei Terminen referierte Dietmar Pertz bei der Senioren-Union Rheinbach zur Geschichte der Ezzonen.

      Am 12. April hielt der Archivar in Odendorf einen gut besuchten Vortrag zum Thema "Bergbau in Rheinbach".

      Am 3. August konnte der Vortrag bei einer Seniorenveranstaltung in der Schützenhalle wiederholt werden.

      Im abgelaufenen Jahr fanden auch zwei Unterrichtseinheiten mit Arbeitsgruppen des St.-Joseph-Gymnasiums (Herrn Heidel) zu den Themen Archiv und Stadtgeschichte (ca. 8 x 2 Std).

      An drei Tagen lernte auch eine Klasse des Städtischen Gymnasiums das Archiv kennen (Herr Gerdemann).

      Am 18. Oktober berichtete der Archivar bei der Eröffnung der Ausstellung "200 Jahre rheinische und westfälische Kreise" zum Kreis Rheinbach.

    6. Tag des offenen Denkmals
      Ein großer Erfolg war auch in diesem Jahr der "Tag des offenen Denkmals" in Rheinbach. Der Eifel- und Heimatverein Rheinbach und das Stadtarchiv hatten zur Besichtigung des Kallenturms und der Rheinbacher Burg eingeladen. Bundesweit stand der Denkmaltag unter dem Motto "Gemeinsam Denkmale erhalten". Insgesamt öffneten über 8000 Denkmäler, die bei sommerlichem Wetter rund 4 Millionen Interessierte anlockten.

      In Rheinbach wurden die hiesigen Organisatoren tatkräftig vom Georgsring um Martin Fröhlich und den Rheinbacher Georgs-Pfadfindern unterstützt. Letzteren dient der Kallenturm schon lange als Heimstatt. Nicht nur die allwöchentlichen Gruppenstunden finden hier statt. Am Tag des offenen Denkmals bauten die "Pfadis" eine Jurte vor dem Turm auf, in der "Chili con Carne" angeboten wurde. Darüber hinaus übernahmen sie die dortigen Turnführungen, die stündlich stattfanden und sehr gut besucht waren.

      Von großem Interesse war an diesem Tag auch die Rheinbacher Burg mit Hexenturm, wobei viele Besucher zum ersten Mal überhaupt etwas von einer Burg in Rheinbach hörten. "Bei sieben Führungen konnten wir insgesamt fast 250 Personen das Burggelände erläutern", freute sich Dietmar Pertz vom Stadtarchiv. "Darüber hinaus erkundeten sicher noch einmal genauso viele Menschen den Hexenturm auf eigene Faust." Geboten wurde neben zwei spannenden Powerpoint-Präsentationen zur Geschichte der Burg und der Hexenverfolgung auch ein Malraum für Kinder. Daneben warfen vor allem diese jüngeren Besuchern im Wappenraum einen ehrfurchtsvollen Blick auf den Burgherrn Ritter Theoderich, der als lebensgroße Figurine anwesend war. Neu gestaltet war auch das Dachgeschoss, das durch neu angebrachte Infotafeln den Besuchern die Geschichte der Burg auch in Zukunft näher bringen wird. Stadtarchivar Dietmar Pertz bedankte sich herzlich bei Hedwig Schmitt-Wojcik, Bernhard Grund und Heinz-Dieter Pausch, alle als qualifizierte Burgführer des Eifelvereins bekannt, für die Übernahme der Führungen über das Burggelände. Ebenfalls zu den Führern gehörte Peter Baus, der sich zudem noch bei der Vorbereitung des Denkmaltages besonders engagierte. Er hatte neben der Konzeption einer der Präsentationen auch die Neugestaltung des Dachgeschosses über­nommen.

    7. Publikationen

      Bericht über die Arbeit im Stadtarchiv Rheinbach April 2015 bis März 2016, in: Mitteilungsblatt 15 – 2016, hrsgg. von den Freunden des Archivs der Stadt Rheinbach e. V., S. 5 – 9.

      Rheinbachs fließende Gewässer, in: Eifel- und Heimatverein Rheinbach: Wander- und Veranstaltungsplan 2017, S. 2 – 4.

      Der Kreis Rheinbach von der Besatzungszeit bis zu seiner Auflösung, in: Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2017, Niederhofen 2016, S. 34 – 40.

      Erste Stolpersteinverlegung in Rheinbach am 21.12.2016, in: kug II/2017, S. 5 – 7.

      Stolpersteine für vierzehn jüdische Bürger Rheinbachs, Teil1: Hermann und Clementine Klaber, in: kug III/2017, S. 5 – 6.