Jahresbericht des Vorstands
für den Zeitraum März 2016 bis März 2017

Münstereifel
Bad Münstereifel - Rathaus

 

Es war ein abwechslungsreiches Programm, das sich uns im abgelaufenen Jahr bot:

Nach der Jahreshauptversammlung im März 2016 begann das neue „Geschäftsjahr des Vereins“ Anfang Juni mit einer Exkursion nach Bad Münstereifel.

Obwohl vom Regenwetter beeinträchtigt konnten wir dank einer sehr informativen Stadtführung viele Eindrücke mitnehmen von der Stadt und ihren historischen Gebäuden aber auch von den Menschen die hier die Geschichte der Stadt gelebt haben.

 

 

Hermann Löher
Hermann Löher

 

 

Bei unserem Sommerfest beleuchtete Dietmar Pertz ein aktuelles Thema – die Flüchtlingswelle – diesmal aber von einer ganz anderen Seite. Er schilderte die Schicksale von Mitbürgern, die aus Rheinbach flüchten oder auswandern mussten: im 17. Jahrhundert Hermann Löher, der Schöffe, der selbst in den Strudel der Hexenverfolgung geriet, die Auswanderungswelle der „Wirtschaftsflüchtlinge“, die im 19. Jahrhundert nach Amerika auswandern mussten, nicht zuletzt die jüdischen Mitbürger, die dem Naziregime durch Auswanderung zu entkommen suchten.

Andererseits fanden in Rheinbach viele Menschen Zuflucht - nach dem 2. Weltkrieg etwa 1700 Heimatvertriebene, die hier die Glasveredelung heimisch machten.

 

 

Anfang November schilderte uns Klaas de Boer die Hintergründe, die 1673 dazu führten, dass ein niederländisches Heer unter der Führung von Wilhelm, Prinz von Oranien-Nassau auf einem Feldzug auf dem Weg nach Bonn in Rheinbach einfiel, die Stadt plünderte und schließlich in Brand setzte.

Der Brand von 1673
Der Brand von 1673

 

Giebelständige Häuser
Giebelständige Häuser

 

 

Zum Jahresabschluss machte uns Hajo Henk darauf aufmerksam, wie die gerade in der Weihnachtszeit gemütliche Atmosphäre entlang der Hauptstraße entstanden war: 1947 setzte Franz Kribbeler im Bauausschuss der Stadt durch, dass beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser eine durchweg giebelständige Bebauung und die Verwendung von Sprossenfenster mit Butzenscheiben und von Dachgauben beachtet wurde.

 

 

Feldflugplatz bei Odendorf
Feldflugplatz bei Odendorf

 

 

 

Im Februar 2017 war der Ratssaal im Himmeroder Hof bis auf den letzten Platz besetzt, als Horst Schuh in seinem Vortrag die Geschichte des Feldflugplatzes Odendorf darlegte. Der Platz war von der Wehrmacht zu Beginn des 2. Weltkrieges einge­richtet worden um von dort aus Ziele an der Westfront in Frankreich besser bekämpfen zu können, er diente zugleich als Zubringer für ein in der Nähe von Rodert bei Bad Münstereifel befind­liches Führerhaupt­quartier.

 

 

 

 

 

Urteilstein in Flamersheim
Urteilstein in Flamersheim

 

Anfang März 2017 berichtete Dr. Claudia Kauertz vom LVR-Archivberatungs- und Fort­bildungszentrum in Pulheim-Brauweiler über die Geschichte des Flamersheimer Hexenprotokolls. Im Winter 1629/30 wurden in Flamersheim fünf Frauen der Hexerei angeklagt und vier von ihnen zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Das Urteil wurde jeweils am Urteilsstein auf dem Markt von Flamersheim verkündet. In der Umgebung gab es in dieser Zeit weitere sechs Hinrichtungen.

Das Protokoll gelangte auf verschlungenen Wegen in die USA und wurde 2014 dort von der Referentin wiederentdeckt.

 

 

 

Die Vorstandssitzungen finden nach verschiedenen Terminabstimmungen nun jeweils am 3. Donnerstag des Monats im Stadtarchiv statt.

Die Umstellung des Versands der Einladungen auf Email ist gut angenommen worden (drei Viertel der Mitglieder lassen sich inzwischen per Email informieren).

Unsere neue Homepage ist seit nunmehr einem Jahr im Netz und erfreut sich regen Zuspruchs.