Das Rheinbacher Rathaus
Das Rheinbacher Rathaus

Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Rheinbach Stefan Raetz

Die "Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach" haben sich vor zehn Jahren als Verein konstituiert. Dieses Jubiläum gibt dem Verein die Gelegenheit im Rahmen dieser Schrift auf das bisher Erreichte zurückzublicken. Dies geschieht sicherlich nicht deshalb, um sich gegenseitig selbstzufrieden auf die Schulter zu klopfen, sondern um zu analysieren, was bisher erreicht werden konnte und in welche Richtung der zukünftige Weg gehen soll.

Im Jahre 1928, vor 80 Jahren also, sind die damals für die laufende Verwaltung nicht mehr benötigten Akten und Amtsbücher der Stadt Rheinbach zum ersten Mal verzeichnet worden. Nachdem in den folgenden Jahrzehnten das "Historische Archiv" still vor sich hinschlummerte, konnte die Stadt Rheinbach 1971/72 mit Unterstützung des Kreises ein Neuverzeichnung des weniger als 80 Akten und Amtsbücher umfassende Archiv vornehmen. Erster hauptamtlicher Archivar war von 1980 bis 1990 Robert Thomas, der mit seinen Mitarbeitern sowohl erstmals ein Altaktenverzeichnis der seit 1945 aussortierten Akten und ein Bildarchiv anlegte. Seine eifrige Publikationstätigkeit war hauptsächlich auf die Dokumentation einzelner Ortschaften ausgerichtet.

1995 konnte die Stadt Rheinbach erneut einen ausgebildeten Archivar, Dietmar Pertz, einstellen. Gleichzeitig bekam das Stadtarchiv mit dem Wohngebäude des Hofes Raaf ein neues, repräsentatives und kundenfreundliches Zuhause. Dies war der Anlass für einige Bürger der Stadt, sich die Frage zu stellen, wie man das Archiv im Bewusstsein der Rheinbacher Bevölkerung verankern könne. Es sollte als Gedächtnis der Stadt bekannt gemacht und die Rheinbacher dazu angeregt werden, für die Stadtgeschichte bedeutsame Unterlagen, wie z. B. Fotos oder Schriftgut dort abzugeben oder zum Kopieren zur Verfügung zu stellen. Andererseits wollte man eine Plattform zum Wissensaustausch für die Rheinbacher schaffen, die schon Stadtgeschichtsforschung betrieben. Alle Beteiligten waren von dieser Idee begeistert und sicherten den Initiatoren die volle Unterstützung der Stadt Rheinbach zu.

Wie wertvoll der Verein für die Stadt Rheinbach ist, wurde allen spätestens in dem Moment deutlich, als die schwierige Finanzlage der öffentlichen Hand auch in der Stadt Rheinbach immer spürbarer wurde. So können Geschichtspublikationen heute nicht mehr von der Stadt bezuschusst werden. An eine Produktion derartiger Bücher auf eigene Kosten ist gar nicht mehr zu denken. In diese Bresche konnten dann die Freunde des Archivs springen, die durch ihr ehrenamtliches und finanzielles Engagement die weitere Publikationstätigkeit zur Stadtgeschichte sicherstellen konnten. Der große Erfolg der Reihe "Geschichte in Rheinbach" gibt dem Verein recht, hier einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit gelegt zu haben. Die verschiedenen Vortragsveranstaltungen stoßen in Rheinbach ebenfalls auf große Resonanz.

Daneben wird das städtische Archiv regelmäßig durch Sachspenden wie Scanner oder Digitalkamera unterstützt. Aber auch die Kontaktpflege zur Rheinbacher Bürgerschaft ist nicht zu unterschätzen. Sehr viele „alte Schätzchen“ haben durch "vertrauensbildende Maßnahmen" von Vereinsmitgliedern im Stadtarchiv ein neues Zuhause gefunden und liegen dort für interessierte Bürger zur Einsichtnahme bereit.

Für dieses heute nicht mehr selbstverständliche Engagement möchte ich dem Verein der Freunde des Archivs herzlich danken. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Identifizierung der Bürger mit der Stadt. Nicht zuletzt für uns, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist eine Beschäftigung mit der Geschichte unumgänglich. Das Verständnis für die historisch gewachsene Einzigartigkeit Rheinbachs muss die Grundlage für die Gestaltung einer gesunden kommunalen Entwicklung mit Augenmaß sein.