Mies, Horst: Habt ein besseres Gedächtnis – Aus dem Nachlass eines engagierten Historikers

CMZ-Verlag Rheinbach

Viel zu früh mussten die Archivfreunde im Februar 2011 Abschied nehmen von Dr. Horst Mies, ihrem Gründungsvorsitzenden. Eine Fülle von Aufsätzen und Vortragsmanuskripten zu den verschiedensten Themen Rheinbacher Geschichte blieben zurück. Es erschien selbstverständlich, dass dieses Material in einem eigenen Band der Reihe „Geschichte in Rheinbach“ veröffentlicht werden sollte, war es doch in erster Linie Horst Mies zu verdanken, dass diese Buchreihe der Archivfreunde sich so erfolgreich entwickeln konnte.

An den Anfang des Aufsatzbandes steht die Rede, die Dr. Horst Mies am 9. September 2002 gehalten hat, als ihm vom Landschaftsverband Rheinland der Rheinlandtaler verliehen wurde:

  • Geschichte für die jüngere Generation

Darin schildert er anschaulich, wie er bei seiner Spurensuche nach der Geschichte der Stadt Rheinbach vorging: Er suchte diese Spuren zuerst bei den Menschen und brachte sie dazu, ihm von ihrem persönlichen Erleben der Rheinbacher Geschichte zu erzählen.

Diesem für das Verständnis der Arbeitsweise von Dr. Mies grundlegenden Beitrag folgen verschiedene Aufsätze, die das 19. und das beginnende 20. Jahrhundert thematisieren. Oberflächlich wirken diese eher wie schlichte Randthemen. Durch seine sorgfältige Analyse der Ereignisse beleuchten sie aber exemplarisch die gesellschaftlichen Strukturen Rheinbachs in der damaligen Zeit und bringen sie so dem Leser nahe:

  • Bürgermeister Ritter und die Verwaltung der Gemeinden vor 1845
  • Die Vorgänge von 1848 in Kreis und Stadt Rheinbach – eine bürgerliche Revolution?
  • Preßfreiheet
  • Die Landratswahl in Rheinbach 1888
  • Bürgermeister Commeßmann

Es folgen Texte, die sich mit der Geschichte Rheinbachs im Dritten Reich auseinandersetzen:

  • Josef Wiertz – Ortsgruppenleiter der NSDAP und Bürgermeiser in Rheinbach
  • Fritz Juhl, ein Meckenheimer Jude
  • Wormersdorfer Juden im 19. und 20. Jahrhundert
  • Zwangsarbeiter in Wormersdorf

Auffallend ist, dass er sich dabei nicht einfach auf eine Verurteilung der Nazi-Schreckensherrschaft zurückzog, sondern die Lebenssituation der Menschen in den Mittelpunkt stellte. Er beschreibt und analysiert in seinen Arbeiten ihre Versuche, mit den Wirrnissen und Widrigkeiten der Zeit zurechtzukommen.

Den Abschluss bildet der Text einer Ansprache, die Dr. Horst Mies zum Volkstrauertag 2001 gehalten hat und die mit ihrer Kernaussage auch den Titel des Buches vorgibt:

  • Habt ein besseres Gedächtnis